Rathenauhallen Oberschöneweide und Erik

Wer verdammt ist Erik?

Genau, das wußte ich nämlich auch nicht. Ich wußte noch nicht einmal, dass er so heißt.

Dazu später mehr.
Hier möchte ich erst mal kurz von den Rathenauhallen erzählen, oder von dem ehemaligen AEG Gelände, oder von Elektropolis. Hier begann die Elektrifizierung Berlins. Und als der Kaiser den „Seelengasometer“, den Berliner Dom bauen ließ, da wurden hier der erste Föhn (1899), elektrische Tee- und Wasserkessel, oder eine Industrieleuchte hergestellt, aber auch im Bereich Lokomotiven, Telegraphentechnik und Straßenbahnen waren Sie tätig. Die Industriegebäude wurden schon im Stil der neuen Sachlichkeit erbaut, hier sei vor allem Peter Behrens erwähnt der z.B. auch für den Bau des Berolinahaus am Alexanderplatz verantwortlich war, der erste Industriedesigner,  während der Kaiser sich noch mit Neobarock und Neorenaissance beschäftigte.

Emil Rathenau kaufte damals von Edison die Patente für die Glühbirne für Europa und so begann hier, in und um die Rathenauhallen, der Siegeszug des elektrischen Lichts.

Zu DDR Zeiten sah es hier schon ziemlich!!! besonders aus, aber wenn ihr da mehr wissen wollt, dann müßt ihr mal eine Führung mitmachen. Entweder bei mir oder dem Industriesalon.


Jetzt aber wieder zu Erik, denn eigentlich ist dieser Artikel ihm gewidmet!
Rathenauhallen

Erik, dass ist der Penner, Obdachlose, Fremde, der fast täglich vor dem Lidl an den Rathenauhallen sitzt, mit seinem Hund, und darauf wartet, dass jemand ein paar nette Worte oder ein paar Cent für ihn hat.

Ich wohne hier! Seit 3 Jahren! Und ich kenne oder besser kannte Erik nicht. Mal ein kurzer Ruf „schönes Wochenende“ oder auch mal ein paar Cent, ein Lächeln, aber mehr nicht.
Wir wohnen und arbeiten hier in einem Gebäude, dass zu DDR Zeiten die Kantine für die Fabrikarbeiter war. Der lange Raum wurde in Ateliers unterteilt für Künstler oder solche, die es noch werden wollen 🙂
Das wunderbare ist der lichtdurchflutete Raum, die unglaublich hohen Decken, die Stille, die Nähe zur Spree, aber auch zum Müggelsee sind wir in 20 Min geradelt. Nachteil: es ist wirklich nur ein Raum.
Da kann es zu Zweit schon mal „eng“ werden 🙂

Schräg gegenüber sitzt nun also immer der Erik mit seinem Hund Salma.
Da ist nämlich ein Lidl und die Leute kennen ihn schon und sind meistens richtig nett zu ihm.
Wenn er mal länger nicht da ist, dann wundern sie sich: ob er vielleicht krank ist?

Nun habe ich ihn gefragt, ob ich mal einen Tag mit ihm verbringen dürfte. Ich wollte doch mal wissen wer er eigentlich ist.
Und jetzt weiß ich es.
Ich habe über Ihn ein bisschen etwas geschrieben „Erik&Salma“ und eigentlich bräuchte es diesen Eintrag nicht, aber irgendwie gehört das für mich zu Berlin, zu den Straßen von Berlin. Die Bettler, die nicht nerven, die irgendwann im Leben falsch abgebogen sind und das vielleicht nur, weil sie Pazifisten sind. So wie Erik.
Nun sitze ich öfter mal dort und wir trinken gemeinsam einen Kaffee.

Rathenauhallen

Lasst den Ton an eurem Gerät an, und bewegt euch hier in einem 360° Panorama, dann kommt das Feeling noch besser rüber wie es wohl sein muß hier täglich zu sitzen 🙂
 auf dem Gelände der Rathenauhallen bei Erik!

Rathenauhallen


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