Haute Couture – Corona

Haute Couture

Black Friday’s For Future: Haute Couture!

Mal ehrlich, wer hat denn den Frauen beigebracht, dass man Kleidung nur eine Saison tragen darf? Und wer den Männern, dass sie dringend immer die neueste Apple Watch brauchen? Oder eben vice versa.
Sowohl die Vorjahres-Kleidung, als auch die Vorjahres-Apple Watch tun es. Glaubt mir.

Und dann, Corona. wir werden zunächst nur gebeten Abstand zu halten, aber als da ein neuer Turnschuh auf den Markt kam, da steht man natürlich dicht gedrängt in der Schlange vor dem Laden, der ihn als erster verkauft.

Was ist denn da los?

O.k., ein technisches Gerät kann eben auch technisch veralten: zu wenig Pixel, zu wenig Speicher. Es gibt also evtl. nicht nur eine Leistungssteigerung sondern auch ein neues Feature, von dem man aber bisher wahrscheinlich gar nicht wußte, dass man sie brauchte oder sich wünschte: es erkennt dich eben einfach, jetzt auch mit Maske.

Und in der Mode, da ist es ja nicht vorgesehen, dass eine Farbe über eine Saison hip ist oder eben der Turnschuh. Es ist nicht vorgesehen, dass die gleiche Mode in der nächsten Saison noch verfügbar ist.

(Verzeiht mir, dass ich immer von Turnschuhen rede, aber alles andere wäre mir zu kompliziert, schließlich gibt es mittlerweile für jede Sportart einen eigenen Schuh mit eigener Bezeichnung)


 

Haute Couture: Dabeisein, Statusgewinn, Chic!

Technischer Fortschritt wird zur Mode gemacht und irgendeinen Fortschritt wird es immer geben (dünner, kleiner, größer, dicker, schneller, langsamer,….).
Die technischen Verbesserungen dienen selber dazu, einen Neukauf zu begründen, dessen wahre Gründe woanders liegen. Es geht um Dabeisein, Statusgewinn und Chic.
Oder glaubt ihr wirklich, dass jemand in einem Zeltlager vor dem Apple Store übernachtet wegen mehr „Energieeffizienz“ oder stundenlang vor dem Turnschuhladen „Overkill“ in der Schlange steht, weil er dringend einen Laufschuh braucht, wenn es um einen limitierten Schuhrelease geht?

Übrigens, der Begriff „Turnschuhe“ ist schon wieder so vintage, dass er langsam aus der Versenkung auftaucht. Spannend.

 

Weihnachten und Haute Couture?

Kurz vor Weihnachten hat mir eine Bekannte von ihrem Weihnachtsstreß berichtet (Anmerkung: ich dachte, dass wäre nun mal wirklich langsam vorbei). Sie hatte Stress, weil die neue Playstation PS5 nicht lieferbar war (die PS4 taugte nicht mehr), weil die neue Apple Watsch für Ihren Mann noch nicht geliefert wurde, weil der kabellose Dyson Staubsauger für die Schwiegermutter in der Black Friday Aktion hoffentlich noch günstiger wird. Und die Nichte? Sie braucht doch neben dem Fahrrad und dem Fahrradhelm auch noch etwas NICHT „Nützliches“.

Haute Couture

Bin mir sicher, auch Feinripp Wäsche wird irgendwann wieder modern. Spätestens, wenn die Haute Couture sie wieder entdeckt.

Oh Mann! Ich war nachhaltig geschockt. Natürlich bin ich auch anfällig für das „Haben wollen“.
Es geht um Dabeisein, Statusgewinn und Chic.
Ich kann mich auch kaum wehren und es gibt immer genug Rechtfertigungen, warum ich dann doch etwas haben „muß“. Wirklich.

Aber es gibt auch einen Grund warum eben nicht: wenn ich mir die Frage stelle, wer hat mich denn jetzt dazu gebracht, dass ich so eine Sehnsucht nach irgendwelchen Dingen spüre, die ich bisher nicht vermißte?

Wenn ich mir das beantworten kann mit: das Schaufenster, die Werbung, die Testzeitschrift, die in Wahrheit eine Reklamezeitschrift ist, dann sollte ich es lassen. Und ich verspreche euch, das klappt, jedenfalls ab und an 🙂

Wenn ich den Bedarf selber generiere, weil ich etwas neues ausprobieren möchte, weil Dinge kaputt sind, weil keine Updates mehr möglich sind, dann könnte es Sinn machen, etwas neues zu kaufen.

Oft täte es dann aber auch ein Vorgänger Modell, solche gibt es massig auf dem Markt als Secondhand zu erwerben. Oder ihr fragt mal bei euren Freunden nach, die haben vielleicht ein älteres Modell in der Schublade.


Und jetzt: Corona und Haute Couture!

Die Menschen sind durchgedreht: Schlauchboote, Fahrräder und e-Bikes, Sporthanteln, Laufbänder, Akkurasenmäher, Crosstrainer, Trampolin, Fernseher stehen plötzlich ganz oben auf dem Wunschzettel.
Spätestens 2022 werden wir viel davon auf eBay wieder finden.
Aber eine erfreuliche Sache gibt es dann doch: auch der Absatz von Büchern ist hoch gegangen. 

Das ganze Verhalten hat mich an das „Übertreiben“ in der Modewelt der Haute Couture erinnert. Ohne Sinn und Verstand, Hauptsache anders: größer, weniger, mehr, bunter, einfarbiger,…..
Ein wirklich abschreckendes Beispiel sind die in 2020/2021 modernen übergroßen Daunenmäntel.
Klar, wir leben ja auch in Sibirien. Leute, dafür mußten viele, viele Gänse ihre Federn lassen. In 2-3 Jahren werden diese Daunenmäntel im Schrank verrotten oder im Müll landen.

In meinen Fotos habe ich versucht das umzusetzen, ein wenig Luft zu machen den Gedanken und den Verwirrungen. Dem Wahnsinn des Konsums. Wir brauchen keine Haute Couture!

Black Friday’s For Future!

Haute Couture

Das Kleid ist aus Meterware T-Shirt Stoff, die Glühbirne gab es im Baumarkt im Müll.

Alle Fotos zu dem Thema findet ihr über meine Webseite auf der Haute Couture oder Black Friday’s For Future Seite.

Fotomodell Juli Hung auf Instagram.

Pin on Pinterest
Pinterest
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Email this to someone
email

would be great if you share...

Comments are closed.