Kind-Jugendlicher-Erwachsener

Was bin ich? Ein Kind-Jugendlicher-Erwachsener?

Ihr seid leidenschaftliche Fotografen / Fotografinnen und deshalb auch immer wieder gern gesehene Gäste auf diversen Familienfeiern 🙂

Und ganz ehrlich, das ist nicht das Schlechteste, denn man ist mehr oder weniger befreit von all dem Familientratsch.
Ihr könnt euch zurückziehen, hinter eure Kamera und das bunte Treiben in Fotografien festhalten.
Omas und Opas, Nichten und Neffen, die Enkel, Mütter und Väter, Tanten und Onkel, Schwager und Schwägerin, Uromas und Uropas.

Alle werden später kritisch auf ihr eigenes Abbild schauen, sind sie doch wieder um 1 Jahr gealtert und um einige Falten reicher. Eine Gruppe aber wird besonders kritisch sein und ihr solltet ihnen nicht das Gefühl aller Peinlichkeiten der Welt vermitteln. Es geht um die, die noch keine Jugendlichen sind, aber eben auch keine Kinder mehr.

Kind-Jugendlicher-Erwachsener?

Da gibt es Gesetze, bis wann man als Kind durch die Welt läuft und ab wann man ein Jugendlicher ist.
Aber die sind in Europa nicht einheitlich. Da kann man schon mit 12 als Jugendlicher gelten oder erst ab 14, bis 18, 21 oder sogar bis 29. In Irland gilt man sogar bis zum 18. Lebensjahr als Kind.
Oft wird eher von Minderjährigen gesprochen als von Kindern oder Jugendlichen.

Ihr „seht“ also, es ist nicht ganz einfach. Da gibt es nicht den Tag, an dem aus Kindern Jugendliche oder Erwachsene werden. Und damit könnt ihr euch vorstellen, dass genau diese jungen Menschen besonders kritisch sind, wenn es um ihr Abbild geht.

Hört ihnen zu!

Wie sehen sie sich denn selber? Haben sie eine Idee, wie sie aussehen möchten?

Wenn sie noch Kinder sind, dann habt ihr leichtes Spiel. Spielerisch, ideenreich, laut oder leise, spontan, begeisterungsfähig, unkompliziert und agil sind sie. Damit werden genügend Überraschungsmomente entstehen, die ihr festhalten könnt. Nehmt ein paar Utensilien von den Erwachsenen dazu, wie einen Schal, einen Hut, ein Jackett oder ein paar viel zu große Schuhe.

Such du einen Ort aus, damit du mit den Lichtverhältnissen klar kommst. Bei sehr agilen Kindern braucht ihr kurze Belichtungszeiten, bei viel Grün denke schwarz-weiß, da das Grün der Blätter und Wiesen in die Gesichter reflektiert. Schneide ruhig auch mal etwas an oder ab.

Wichtig: das Kind ist der Mittelpunkt!  Interessiere dich für das Kind, animiere es, gib ihm eine Aufgabe, lass die Eltern dazu kommen, zeige auch mal ein Bild und nicht immer muß in die Kamera gelächelt werden.

Und jetzt zu der aus meiner Sicht herausforderndsten Gruppe: dein Modell ist kein Kind – kein Jugendlicher. Sondern irgendwo dazwischen!

Woran man das genau merkt ist ebenfalls schwer auszumachen. Du darfst aber auf keinen Fall einfach so fotografieren, als wäre es ein Kind, aber ein Jugendlicher ist er oder sie ja auch noch nicht.
Also könntest du einfach erstmal zuhören: Was sind deine Hobbys? Wer sind deine Idole!

Hört dein Modell gerne Musik, dann lass ihn/sie doch vielleicht in seine/ihre Welt mit den Kopfhörern abtauchen. Geige, Gitarre, Flöte? Kann man auch virtuell spielen. Fußball, ja klar, das ist leicht.
Sonnenbrillen, schwarze, sind immer cool, Kappe, Mütze… nimm dich lieber etwas zurück.
Sie sind alt genug, um sich selbst in Szene zu setzen. Ein bisschen Hilfe und du wirst erstaunt sein wie auch in den Fotos dieser nicht ganz klare Zustand zwischen Kind-Jugendlichem-Erwachsenen zu sehen sein wird.


Ich durfte Paul portraitieren. Ein Vorgespräch und ich ahnte, was da auf mich zukommt. Kein Kind mehr, auch wenn Paul bei diesem Shooting erst 13 Jahre alt ist.
Er war großartig und so viel cooler, agiler, beherzter als mancher Erwachsene, den ich vor der Linse hatte. Ein cooler Typ mit ganz eigenen Ideen.
Merkzettel für mich: ich sollte öfter mit diesen jungen Menschen Shootings machen 🙂

Mehr von ihm findet ihr über meine Homepage.

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